Swichi im Kloster

8 Tage ohne aktive verbale Kommunikation,  Zigaretten und Alkohol. Keine Musik, kein Lesen, kein Essen nach 10:30Uhr vormittags – das Einzige was zählt: Meditieren

Mein Erfahrungsbericht zur Vipassana Insight Meditation im Wat Ram Poeng, Chiang Mai, Thailand

 

Tach Kollegen, Freunde, Familie und Fans der stillen Unterhaltung. Ich habe mich bisher nie großartig mit dem Festhalten und Aufschreiben von eigenen Erlebnissen in dieser Form befasst. In diesem Falle aber werde ich eine Ausnahme machen. Denn das, was ich während meiner 8 Tage in der Tempelanlage Wat Ram Poeng in Chiang Mai, Thailand erlebt habe, ist es einfach wert zu teilen.

 

Ohne euch groß über die Hintergründe und den Entschluss hierzu langweilen zu möchten, steige ich einige Tage vor Antritt der Meditation ein:

 

Ich bin bereits seit einigen Tagen in Chiang Mai und lasse entspannt die Seele baumeln, bevor ich mich entschließe, dem Kloster einmal einen Besuch abzustatten und mich schon einmal mit den Mönchen vor Ort vertraut zu machen (kurzer Einschub: Mönche sind nicht alle so heilig, wie man vielleicht glauben mag. Es gibt so gar einige, die versuchen, dich ins Bett zu kriegen!!!  Hab ich selbst erlebt! Und mir läuft in diesem Moment wieder ein  Schauer den Rücken herunter, wenn ich an diesen ersten Tag in Chiang Mai zurück denke. Mein Mönchsbild war durch diese Geschichte doch ziemlich angeknackst und ich eine Zeitlang ziemlich verwirrt.) Nach etwa 30min finde ich den verantwortlichen Mönch für ausländische Meditatoren und er erklärt mir dann sogleich, dass der nächste Kurs erst in 5 Tagen startet. Zeit genug also, um vorher noch einmal nach Pai zu fahren. Pai ist ein herrliches kleines Chillerdorf, ca. 130km und genau 752 Kurven bergab und bergauf von Chiang Mai entfernt. Ich bin das erste Mal seit Australien wieder in einem Hostel untergebracht. Die Leute fetzen, wir flärzen draußen in Hängematten ab und trinken ein paar Big Chang. Chang ist ein Thai-Bier, um das es viele Gerüchte gibt. Der angegebene Alkoholgehalt beträgt 6%, viele behaupten jedoch, das dieser pro Flasche zwischen 3-12% liegen kann. Böse Zungen behaupten sogar, dass das Gebräu mit Formaldehyd versetzt ist, was ich aber nicht so recht glauben möchte. Dass mit den schwankenden Prozenten dann schon eher. Denn Chang (die großen Flaschen kommen in der logischen 630ml-Variante) kann dir am nächsten Morgen einen schönen Kater bereiten – den sogenannten Changover. Singha ist hier eigentlich das deutlich leckerere und bessere Bier, trotzdem erwischt man sich immer wieder mit ner Flasche Chang in der Hand. Geht irgendwie allen so. Ich persönlich rede mir ja ein, es liegt an den Elefanten aufm Logo. Elefanten mag jeder. Fast so sehr wie Pinguine. Aber Pinguine auf Bierflaschen kommen wohl nicht so gut – ist auch eher nicht das typische Thai-Tier.

 

Die Tage verfliegen wie im Nichts. Mit dem Roller wird tagsüber die Umgebung erkundet und abends wird dann durch die Straßen gezogen, meistens mit nem Big Chang in der einen und ner Kippe in der anderen Hand. Hatte so schön mit dem Rauchen in Neuseeland aufgehört, weil es dort unten einfach zu teuer war. Nach 5 rauchfreien Wochen erwische mich am dritten Tag in Thailand schon wieder mit ner Fluppe im Mund. Keine Ahnung wie die da jetzt hingekommen ist, aber egal. Ratzfatz hat sich die tägliche Ration Nikotin dann wieder auf Standardlevel gesetzt: „Macht ja nischt. Wennde im Tempel bist, musste ja eh wieder uffhören“, höre ich eine Stimme in meinem Kopf sagen. Ich stimme mir zu und gönne mir noch eine. Das ist höchste Swichi-Logik, die selbst ich nicht einmal verstehen kann. Aber ich akzeptiere es.

 

Am Abend vor dem großen Tag ziehe ich mir neben meinen letzten Zigaretten und eines letzten Big Changs noch die gerade erschiene Episode Game of Thrones rein (S04E08 – The Mountain and the Viper). Ein fataler Fehler. Am Ende der Episode bin ich drauf und dran meinen Laptop gegen die Wand zu schmeißen. Ich bin hart schockiert, über das, was ich gerade gesehen habe. Die Holländerin, mit der ich mir das Zimmer teile, schreckt auf. Sie war gerade am einschlafen und guckt mich verwundert an. Ich erkläre ihr, dass ich gerade etwas gesehen habe, was man nicht sehen möchte. Erst recht nicht, wenn man drauf und dran ist, die nächsten 10 Tage ohne medialen Zugang zu leben. Ich weiß sofort, dass mich diese Bilder beim Meditieren verfolgen werden (wer die Serie kennt, weiß ganz sicher, welche Szene ich meine. Für alle anderen will ich an dieser Stelle nicht weiter drauf eingehen. Schaut euch die Serie an und denkt irgendwann an das hier Geschilderte zurück, wenn ihr es gesehen habt. Ihr werdet mir Recht geben). Ich brauche eine Weile, bis ich dann irgendwann viel zu spät ins Bett gehe. Ab morgen heißt es dann schließlich: Aufstehen um 4:00Uhr morgens. Verdammt!

 

Tag 1

Es ist der 03.Juni 2014. Ich esse mein letztes Frühstück um 9:00Uhr. Müsli mit frischen Früchten und ein gefülltes Omelett mit Gemüse und Chicken, dazu einen Mango-Pineapple-Shake. Normalerweise deutlich zu viel für mich. Aber ich weiß, es ist die letzte große, genussvolle Mahlzeit für eine lange Zeit. Im Tempel wird es sicherlich keine 5-Sterne-Küche geben. Zudem wird die letzte Mahlzeit um 10:30Uhr serviert. Ich verabschiede mich von der Holländerin (die eigentlich auch ins Kloster wollte. Sie hat sich am Ende jedoch nicht bereit gefühlt und stattdessen einen Einführungskurs in einem anderen Tempel besucht) und dann geht’s los. Ich höre meine letzten Songs. Der absolut letzte ist: Nirvana – Marigold. Nirvana ist die höchste Form, die man durch die Insight Meditation erreichen kann. Das finale Gold, die Beseitigung aller Leiden und Verunreinigungen. Ich nehme es als gutes Omen.

 

Angekommen im Tempel füllen wir erstmal ein paar Zettel aus, bevor wir Klamotten und Bettzeug bekommen (alles in weiß. Dann geht es zu den Zimmern. Ich öffne die Tür und denke mir: „Hmmm, jo, übersichtlich.“ Der Raum hat etwa 3 x 5m. Es gibt  ein Bett und einen kleinen Abstelltisch, sonst nichts. Am Ende des Zimmers zeichnet sich das Badezimmer ab. Ich sehe sofort, dass die Klobrille nicht auf, sondern neben der Toilette liegt. Das Ganze wirkt etwas steril, aber gut, ich bin ja auch nicht hier, um Wellnessurlaub zu machen. Als ich meine Klamotten inspiziere, muss ich plötzlich anfangen etwas zu lachen. Die Hosen haben ungefähr die Größe eines 150kg Mannes. Aber es gibt Bänder an der Rückseite der Hose, mit der man sich die Hose in geschickter Wickeltechnik bequem anpassen kann. Auch die Shirts, die ich bekommen habe fallen eher in das Kaliber Walross. Aber egal, wird schon.

 

Wir finden uns wieder im Office ein und werden anschließend über das Gelände geführt, bevor wir unsere erste Mahlzeit bekommen. Die letzte für heute, aber es ist immerhin schon 12 Uhr. Ich kann nicht genau sagen, was uns aufgetischt wird, aber es schmeckt gar nicht mal so übel und ich hole mir sicherheitshalber noch eine Portion. Die nächste Mahlzeit ist schließlich noch mehr als 18h entfernt. Nach dem Essen geht es zurück zu den Zimmern. Mr. Mönch erklärt uns, dass wir nach allen Mahlzeiten unsere Zimmer sowie das Außengelände sauber zu halten haben, also greifen wir uns alle Besen und fangen an, den eigentlich sauberen Hof zu fegen. Ich verstehe nicht ganz, worin der Sinn besteht, einen sauberen Hof zu fegen, doch ich tue es einfach damit ab, dass es Buddha wohl glücklich macht. Und was Buddha glücklich macht, macht auch mich glücklich. Als wir mit dem Saubermachen durch sind, geht es zurück ins Office. Wir werden auf die Opening Ceremony vorbereitet und setzen uns alle im Schneidersitz auf den Boden. Ich bin mal wieder der Einzige, der keinen anständigen Schneidersitz hinbekommt. Konnte ich noch nie und ich gucke mit neidischen Blicken in die Runde. Meine Knie berühren nicht einmal ansatzweise den Boden, befinden sich ca. 25cm darüber. Das war übrigens auch schon ein Riesenproblem beim Essen, da die Tische in der Kantine nur etwa 15cm hoch sind. Glücklicherweise gibt es jedoch auch einen Außenbereich mit Stühlen, wofür ich wirklich dankbar bin. Der Mönch blickt mich an und empfiehlt mir, bei den sitting meditations etwas erhöht zu sitzen. Coole Nummer, freut mich. Als wir mit der Einführung durch sind, haben wir etwas Zeit uns frei zu bewegen, bevor wir uns für die Zeremonie wiedertreffen. Wir sitzen auf den Knien, Hände in ajali, der typischen Gebetshaltung und ich merke bereits nach 2min, dass das eine schmerzhafte Nummer wird. Hoffentlich ist das hier bald rum. Doch dann haut der Mönch erst einmal seinen Wasserkelch um, und zwei weitere Mönche benötigen etwa 5min, um alles Wasser aufzuwischen. Dann geht es endlich weiter. Es werden zahllose, unverständliche Wörter in Pali vorgetragen, die wir teilweise nicht einmal akkustisch verstehen, sie jedoch alle nachsprechen sollen. Bei den Wörtern, die klar und deutlich ankommen, wird in bester Mr. Bean-Manier lauter mitgesprochen. An manchen Stellen ertönt nur ein unverständliches Gemurmel und ich glaube, wir sind alle ganz dankbar, als wir damit durch sind.

 

Wir starten mit den Übungen und gehen hierfür auf einen großen Platz. Mr. Mönch führt uns die einzelnen Übungen vor. Gehen und sitzen. Klingt relativ einfach, ist auch nicht so viel dabei. Beim Laufen setzt man seine Füße jeweils einen halben Schritt neben den anderen, während man sich des Hebens und Senkens mit einem „Right goes thus, Left goes thus“ bewusst macht und die ganze Zeit auf nichts anderes achtet. Beim Sitzen achtet man mit geschlossenen Augen nur auf das Heben und Senken seines Brustkorbes. Easy Peasy. Danach zeigt er uns noch die mindfulness prostration (das Anbeten Buddhas auf den Knien – in super slow-motion), die wir 4mal am Tag (direkt nach dem Aufstehen, nach den Mahlzeiten und nach dem Reporting) machen sollen. Ich muss etwas lachen, denn die Thais sprechen normalerweise kein „R“, weshalb aus Wörtern wie „tomorrow“, gerne „tomollow“ wird. Ich liebe es. Unser Mönch hier hat jedoch ganz offensichtlich geübt. Als er uns die mindfulness prostration vorführt, sagt er immer wieder ganz langsam und jede einzelne Silbe betont: lohering, lohering, lohering (also lowering). Außerdem erklärt er uns noch einige grundsätzliche Sachen, wie das Akzeptieren von Umgebungsgeräuschen, Bewegungen und Mücken – „Accept“ wiederholt er ca. 100mal in seiner Thai-Stimme. Nohing, nohing, Accept! Mit Nohing meint er hierbei Knowing. Na mal schauen, wohin das führt. Wir meditieren den ganzen Abend, die Stimme des Mönches permanent im Kopf und ich merke schnell, dass es gar nicht einfach ist, sich vollständig nur auf die Füße bzw. aufs Atmen zu konzentrieren. Permanent schießen einem irgendwelche Gedanken durch den Kopf und nicht selten sehe ich diese letzte Szene der gestrigen Game-of-Thrones-Folge vor meinem inneren Auge abspielen. Bamm. Grausam.

 

Tage 2 – 4

4:00Uhr morgens, die Glocke wird geläutet. Unmöglich da liegen zu bleiben. Ich stehe sofort auf und starte das Programm. Nach 20min kommen mir schon die ersten Zweifel. Es ist auch einfach nicht möglich, um 4 Uhr morgens Freude daran zu haben. Aber ich ziehe durch, will mir das Frühstück um 6:30Uhr ja verdient haben. Es gibt Reis. Helge hätte sich sicherlich darüber gefreut, aber er ist leider nicht da. Gesungen wird trotzdem. Eigentlich ist es eher ein Chanting, ein traditionelles Gebet auf Pali, das vor jeder Mahlzeit abgehalten wird. Wir haben Karten, mit deren Hilfe wir die Worte mitsprechen können/sollen/müssen – ich bin mir nicht ganz sicher.

 

Nach dem Frühstück steht dann Duschen, Waschen, Saubermachen auf der Tagesordnung. Anschließend weiter meditieren bis zum Mittag um 10:30Uhr. Ich habe bereits jetzt ziemliche Schmerzen in meinen Füßen, da ich sie im Schneidersitz permanent überdehne. Aber ich beiße mich durch. 15min gehen halbwegs klar. Beim Laufen komme ich mir etwas vor wie ein imperialer Läufer aus Star Wars (diese großen vierbeinigen Kampfroboter). Beim Umdrehen wie Robocop, da man zuerst den einen Fuß ganz langsam um 90 Grad dreht, dann den zweiten und die ganze Sache dann noch einmal wiederholt, um eine 180 Grad-Drehung zu machen. Im meinem Kopf wird das ganze mit den entsprechenden Geräuschen untermalt. Die Geschwindigkeit, die man hierbei an den Tag legt, pendelt sich irgendwo zwischen Schnecke und Schildkröte ein. Ich hab so ca. 0,7 bis 1 m/min, also etwa 0,05 km/h drauf. Da können Turk und JD mit ihrer Slow-Mo-Nummer aber mal sowas von einpacken. Jedes Mal, wenn ich feststelle, dass ich im Kopf abdrifte, gebe ich mir große Mühe meinen Fokus wieder auf das Setzen der Füße zu richten. Es ist wirklich nicht einfach, die ganze Zeit hochkonzentriert am Ball zu sein.

 

Am Nachmittag geht es dann zum Reporting. Der Mönch beginnt deutsch zu sprechen. Ich bin verwirrt. Habe die letzten Wochen überwiegend englisch gesprochen und bis hierhin auch in englisch gedacht. Aber okay, dann halt auf deutsch. Macht es am Ende vielleicht auch einfacher für manche Sachen. Ich berichte ihm meine Zeit von 8:40h. 7-8h waren für den ersten Tag vorgegeben. Selbiges für Tag 2, jedoch wird die Übungszeit auf 20min/Einheit erhöht. Schweiß tritt mir auf die Stirn, als mir bewusst wird, was das für eine tolle Zeit im Sitzen wird. Ich sitze ja eigentlich ziemlich gerne, aber bei 8-10h Meditation am Tag, ist Laufen und Stehen auf einmal eine sehr viel schönere Nummer. Ich mache 2 Einheiten und gehe dann erst einmal in den Tempelshop. Eine Art kleiner 7 Eleven, in dem man alles Mögliche finden kann. Das ganze Essen, was hier verkauft wird, ist am Nachmittag allerdings tabu. Joghurt ist jedoch wohl erlaubt, habe ich vorher gelesen. Ich gehe also zum Kühlregal und finde einen mit Erdbeer- und einen mit Mangogeschmack. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Mit nem dicken Grinsen im Gesicht geh ich an die Kasse und werde von der netten Thaifrau mit einem „nabbanaba“ oder so ähnlich abgewimmelt. Anscheinend ist das doch nicht erlaubt. Das Grinsen ist verschwunden. Sie wedelt mit den Armen in Richtung Kühlregal und ich begreife. Anscheinend ist nur der geschmacklose Joghurt erlaubt. Ich tausche also Geschmack gegen Pampe und zahle. Und bin total überrascht, wie gut Naturjoghurt schmecken kann. Danach geht es dann weiter mitm meditieren.

 

Die Tage sind lang. Die Laune und die eigenen Emotionen ändern sich teilweise so schlagartig, dass man nicht verstehen kann, was vor sich geht. Man fühlt sich gut, ist hochkonzentriert, nur um 10min später alles anzuzweifeln. 3h später dann wieder alles Banane. Es ist hart, aber man setzt sich selbst das Ziel, jeweils eine höhere Zeit als vorgegeben zu erreichen. Das nächste Reporting wird stolz vorgetragen: 18h in zwei Tagen; unter starken Schmerzen. Dann der Hammer: ab morgen 25min. Ich stelle mir die Frage, ob ich hier bei Buddha oder in der Hölle bin. Die wissen auf jeden Fall, wie sie dich wieder runterholen. Emotionale Achterbahn vom Allerfeinsten.

 

Am vierten Tag hole ich mir ein paar Reiskekse zum Frühstück, esse aber nur die Hälfte, da die Nudelsuppe doch ziemlich gesättigt hat. Ich lege die Packung geschlossen in meinem Zimmer ab und gehe an einen Platz, den ich mir als meinen Lieblingsplatz ausgewählt habe. Er ist draußen, allerdings überdacht und mit einem Deckenventilator. Gold wert bei den ca. 35°C, die hier täglich herrschen. Als ich nach dem Mittag zurück in mein Zimmer gehe, entdecke ich, dass meine Reiskekse zu leben scheinen. Bei genauer Inspektion stelle ich fest, dass sich Tausende kleine Ameisos Bastardos - wie sie von den Mönchen liebevoll genannt werden – zum Festschmaus eingefunden haben. Ich verfolge die Straße zurück zur Wand, hoch zur Decke und bis zum Fenster. Ein richtiger Highway. Ich schmeiße die Kekse sofort weg und hoffe, die Ameisen finden den Weg allein nach draußen. Und jau, bis abends ist alles wieder schick. Huihuihui, das war wirklich aufregend (Glaubt mir, wenn man im Kloster und nur am meditieren ist, wird jede noch so kleine Nummer ein Riesending).

 

Tag 5

Die Nacht war grauenhaft, hab kaum ein Auge zu bekommen. Das Bett ist eigentlich auch  eher ein massiver Holztisch, mit ner 2cm-Matratze drauf. Das Aufstehen ist heute eine ziemliche Qual. Hab dieses Mal kein Grinsen im Gesicht. Als ich dann realisiere, dass die Meditationszeit auf 25min angesetzt ist, ziehen sich meine Mundwinkel weiter herunter, als Angela Merkels, wenn sie denn mal unglücklich aussieht. Meine Motivation ist im Keller und ich schaffe es nicht, mich irgendwie stark zu machen. Bin weder achtsam, noch entspannt. Rege mich kontinuierlich über die Schmerzen in den Füßen auf und versuche eine Lösung zu finden, die es nicht zu geben scheint. Bin wirklich kurz davor hinzuschmeißen, reiße mich aber noch einmal zusammen. Frühstück ist schließlich nur noch 1,5h entfernt.

 

Draußen neben der Kantine ist ein Stand aufgebaut, an dem sich Hunderte weiß gekleideter Menschen einfinden. Da gibt es wohl was umsonst, also schnell hin da. Und dann, der erste Lichtblick des Tages und meine eventuelle Rettung. Es gibt frische Quarkbällchen (ohne Quark, aber das ist egal), dazu Kaffee. Ich fühle mich wie auf Wolke 7. Leben kann so schön sein. Nach dem morgendlichen Saubermachen gehe ich voller Tatendrang an meinen Lieblingsplatz, setze die Zeit auf 20min und habe die wahrscheinlich achtsamsten Stunden meines Lebens an einem Stück. Selbst am Nachmittag verzichte ich auf mein übliches 20min Nickerchen-mit-offenen-Augen (Schlafen ist tagsüber nicht erlaubt). Ich knacke die 10h bevor ich zum Reporting gehe und schildere alles. Er ist gelassen. Gibt sich cool, aber er scheint auch etwas stolz zu sein, dass ich mich so gut geschlagen habe, nachdem ich eigentlich schon KO gegangen bin. Ich soll die 25min versuchen, wenn möglich und mir jetzt beim Sitzen bei jedem zweiten Atemzug bewusst sein, dass ich sitze. Ich gehe direkt in einen 25min-Sitz und: tatatataaaaaa. Es ist der beste, achtsamste und hochkonzentrierteste, den Buddha je von mir gesehen hat; ja wahrscheinlich je sehen wird. Es ist das erste mal, dass ich tatsächlich Happiness beim Meditieren verspüre (sonst ist es maximal Gelassenheit – Neutralität, wenn nicht gerade Frustration oder Verärgerung). Ich grinse, fühle mich gut. Ich sitze 25min in einer Position, ohne einmal die Augen zu öffnen oder mit den Gedanken abzuschweifen. Danach noch eine Runde Laufen, bevor ich mich entscheide, mir zur Belohnung einen Joghurt zu gönnen. 17:50Uhr, der Shop ist zu (eigentliche Öffnungszeit bis 18:30Uhr). Ich bin sauer, was sich zugleich auch im Meditieren widerspiegelt. Drei weitere unbefriedigende Sessions, dann ist auch das Wetter angepisst. Es schüttet wie aus Kübeln, doch ich bin - Buddha sei Dank - unter einem Dach. Fiese kleine Sprühtropfen finden trotzdem ihren Weg. Ich versuche es noch eine Weile mit „Accept“, bevor ich aufgebe. Das wird heut nix mehr. Ist ja mittlerweile auch schon fast 21Uhr, gute Zeit für’s Bett.

 

Tag 6

Mein B(r)ett ist bestialisch. Mehr als 20min Schlaf am Stück sind nicht drin, da man sich wund liegt. Zudem habe ich die dritte Nacht in Folge von irgendwelchen Leuten geträumt, die mich abstechen wollten. Richtig kranke Nummer. Die einzelnen Träume haben nichts miteinander zu tun. Die meisten Personen in den Träumen kenne ich nicht einmal und trotzdem läuft es am Ende immer wieder darauf hinaus, dass Leute – inklusive mir – abgestochen werden sollen. Ziemlich strange. Fühle mich komplett leer und kraftlos. Trotzdem raffe ich mich auf, heute meine ersten Übungen draußen zu machen. Nach 40min bzw. den ersten zwei Übungen sind meine Nerven gespannt wie Drahtseile. Die morgendlichen Gebete aus drei verschiedenen Richtungen in monotonem Singsang und der beginnende Regen sind zu viel für mich. Ich gehe zurück ins Zimmer und lege mich völlig demotiviert bis zum Frühstück hin. Ich realisiere, dass heute Sonntag ist und tue meine Demotivation damit ab. Morgen wird es sicherlich wieder besser. Weiß aber schon jetzt, dass wird der bisher härteste Tag. Zum Frühstück gibt es wieder Bällchen. Freue mich darüber. Meiner Motivation tut das diesmal aber nichts zur Sache. Eine Quark- oder Marmeladenfüllung hätten das eventuell geändert, aber die gab es nicht. Auch zwischen den Mahlzeiten kriege ich nicht meine gewohnten 2h hin. Komme mit Hängen und Würgen und einem Aufwand, der wirklich an mir zerrt auf 1:40h. Liege 1:20h unter meinem Schnitt und sehe auch für den Nachmittag keinen großen Hoffnungsschimmer. Fühle mich wirklich am Ende meiner Kräfte. Es kommen erneute Zweifel auf. Dieses Mal deutlich ernsthafter: „Wenn ich mich nicht mehr zum Meditieren motivieren kann, ist es dann sinnvoll zu bleiben? Nur um sagen zu können: „Ick hab die 10 Tage jeschafft“. Ist es nicht kontraproduktiv? Sollte ich nicht lieber meine letzten Tage Urlaub genießen? Schließlich geht es in 1,5 Wochen zurück nach Hause.“ Ich liege im B(r)ett und beschließe: „Dat wart. Ende im Jelände. Ick hör uff“. Dann Wieder: „warte wenigstens bis zum Reporting ab und versuch nochn Tag. Is ja schließlich Lazy Sunday, dein Lieblingstach zum Nischtmachen“.

 

Gute 3h bzw. 7 Übungen später. Mein Entschluss steht: „Ick mach weiter. Ziehe durch!“ Fühle mich auf einmal wieder wie beflügelt. Man kann diese emotionale Achterbahnfahrt nicht einmal genauer beschreiben und noch viel weniger nachvollziehen. Die Tiefen der Empfindungen hierbei, sind für einen Menschen, der dies nicht selbst erfahren hat nicht zu greifen. Nicht einmal ich selbst verstehe, was hier vor sich geht. Manch einer mag sich jetzt vielleicht denken, dass das bei mir ja nicht verwunderlich ist, da ich ja meistens eh aufm Schlauch stehe. Aber nee, ma im Ernst, ick komme mir vor, wie ne schwangere Frau. Eene Sekunde so, die nächste, zack 180 Grad Wende mit Pirouette. Selbst Essiggurken mit Schokolade erscheinen mir auf einmal als durchaus appetitliche Mahlzeit. Hoch und runter. Pam, Pam, Pam.

 

16:00Uhr Reporting. Verständnis auf Seiten Mr. Deutschmönchs, das ich nur 9 statt der angepeilten 10h geschafft habe. Passiert. Morgen dann einfach wieder 10h…und pro Übung jetzt 30min. Der letzte Satz kommt mit einem süffisanten Lächeln. Aber ich bleibe ruhig. Denke mir: „Okay, jetzt haste mich“. Und es stimmt. Es stört mich nicht. Ich beginne unmittelbar nach dem Report. Walking, sitting, walking, sitting, walking. 2,5h am Stück. Das Sitzen klappt erstaunlich gut, auch wenn 30min übertrieben lang sein können. Setzt euch mal in Schneidersitz (oder wer so unfähig ist wie ich, in einen modifizierten Hoch-Schneidersitz) und achtet bei jedem Atemzug abwechselnd darauf, wie sich der Brustkorb hebt und senkt und beim nächsten macht euch bewusst, dass ihr sitzt und nehmt das genau so wahr. Ich wette, ihr denkt, 30min sind rum, da habt ihr noch nicht mal die 15 erreicht. Es ist krass, wie die Zeit gefühlt stillstehen kann.

 

Nach 2,5h fühle ich mich plötzlich etwas hungrig. Es ist 19:40. Perfekte Zeit für ein Schnitzel. Ich schlendere also zur Kantine, auf der Suche nach etwas Flüssigem (manchmal gibt es abends Sojamilch. Hooray). Angekommen, finde ich tatsächlich einen großen Pott mit Vanille-Soja-Milch. Zwar kein Schnitzel, aber ich bin doch sehr froh darüber und gönne mir gleich zwei Tassen. Nach diesem Tag wohl mehr verdient denn je. Zwei Tassen sind tatsächlich erlaubt. Einzige Bedingung: keine Interaktion mit anderen und maximal 5min. Also runter damit und zurück. Mal wieder ne halbe Stunde sitzen. So mittendrin fällt mir dann ein, dass ich die mindfulness prostration nach dem Reporting schon wieder vergessen habe. Ich fühle mich schuldig und huldige Buddha in meinen Gedanken, als mir plötzlich ein Schauer über den Rücken läuft. Eine Theorie schießt mir durch den Kopf. Eine Theorie über Buddha. Eine Buddheorie: Ich denke, dass es da einen kleinen Zusammenhang zwischen meinen vergessenen Huldigungen und meiner emotionalen Achterbahnfahrt gibt, bei der ich doch allen Ernstes fast das Handtuch geschmissen hätte. Das mag er anscheinend gar nicht, der kleine Schlingel und das lässt er einen dann spüren. Was für ein Schlawiner. Verrückter Lümmel do. Aber gut, es sei ihm verziehen. Ich bin froh, wieder mit Lust und Eifer dabei zu sein. Es ist ein Prozess bemerkbar. Da passiert was. Die harte Arbeit trägt Früchte.

 

Tag 7

 4:00Uhr, die Glocke läutet. Fühle mich erstaunlich gut. Habe gut geschlafen und mal nicht von Messermännern geträumt. Dafür aber von kiffenden Polizisten, was mich schmunzeln lässt, als ich mich erinnere. Ich mache mich direkt an die „Arbeit“. Es ist der erste Vormittag, an dem ich durchaus Spaß an der Sache habe. Bis zum Mittag stehen bereits 8h auf der Uhr. Nach dem Essen lässt meine Konzentration dann etwas nach. Zudem wird der Schmerz, vor Allem im linken Fuß immer penetranter. Mache 11h und gehe zum Reporting. Dort dann mal wieder ne Schelle ins Gesicht: 35min und 10-11h. Gehe etwas angepisst raus und frage mich, warum das notwendig ist, wo ich doch grad mit 30min so cool war. Starte trotzdem direkt zum ersten Walk und merke gleich, dass die Moskitos heute super aggressiv sind. Also stopp und eingesprüht. Während der Übung stelle ich dann jedoch fest, dass sich diese kleinen Drecksviecher vermehrt auf meinen Rücken einschießen. Der natürlich einzigen Stelle, die ich nicht eingesprüht habe, da ich auch hier mal wieder flexibilitätstechnisch nicht so ganz weit vorne liege. War aber auch sonst nie wirklich notwendig. Die ersten 3-5min schaffe ich noch zu ignorieren. „Accept“ ist mal wieder das Zauberwort. Danach wird es mir allerdings zu bunt und ich verliere kurzzeitig die Containance. Schlage um mich. Gönne mir sogar ein kurzes Kratzen, so gut es denn geht. Hat hoffentlich niemand gesehen. Als ich so etwa 30min rum habe (man kennt ja mittlerweile seine Wege je Zeit) und mein Puls sich wieder auf sparsame 40 Schläge/min heruntergefahren hat, ertönt ein riesenlautes POMM! – ca. 5m neben mir. Die Morgenglocke wird geläutet – um 17:00Uhr. Meine Ohren scheppern. Habe den ersten Gong noch nicht verdaut und versuche immer noch zu verstehen, was los ist, dann wieder: POMM, gefühlt noch lauter. Mein Puls steigt etwas an, doch ich versuche meinen Walk hochkonzentriert und mit den gewohnten 0,05 km/h fortzusetzen. Beim nächsten POMM spüre ich etwas Wut in mir aufsteigen. Mein Puls scheint an die 100 zu gehen. Noch einen Schritt – POMM. Ich bleibe stehen, atme tief ein – POMM – 140 krachende Dezibel direkt ins entspannte Hirn. POMM, POMM, POMM, dreimal kurz nacheinander, meist ein gutes Zeichen der letzten Schläge. Doch nicht heute. Bin wirklich sauer, versuche aber die Übung durchzuziehen. Weiß, dass der Timer jede verdammte Sekunde klingeln muss. Nach einigen weiteren POMMs (ich bin mir sicher, dass es das längste Glockenspiel war, das hier je im Wat Ram Poeng geläutet wurde) klingelt der Timer. Fast zeitgleich – ohne Witz – ertönt das letzte scheppernde POMM. Ich bin fix und alle. Brauche erst einmal eine Pause. Gehe auf mein Zimmer und lege mich für 15min auf meinen Tisch. Gerade als ich weitermachen will, beginnt es zu regnen. In dem Augenblick fällt mir ein, dass ich die mindfulness prostration nach dem Reporting schon wieder vergessen habe. Verdammte Axt. Immer die. Mache mich also sofort ran – 3-fache Verbeugung in super Slow-Mo wie immer.  Nachdem ich fertig bin, werfe ich einen Blick nach draußen. Es regnet noch döller als vorher. Jupp. Karma. Bitch. Entscheide mich, die nächste sitting meditation im Raum zu machen. Muss allerdings nach nicht einmal 5min abbrechen, da mein linker Fuß zu sehr schmerzt. Beim Inspizieren entdecke ich eine blaue Stelle auf dem Fußrücken. Nicht so schön. Bin etwas verunsichert. Das Letzte, was ich hier in den letzten Tagen bzw. in meinen letzten 2 Wochen Urlaub gebrauchen kann, ist ein Bänderriss oder so’n Kack. Da es immer noch regnet, kann ich nicht einmal ins Office, um mir etwas Tiger Balm oder ähnliches zu holen. Ich modifiziere meinen Sitz also erneut und entlaste meinen linken Fuß nun komplett. Hat mit Schneidersitz nun wirklich nicht mehr viel am Hut, aber egal. Gesundheit geht vor und da ich nicht abbrechen möchte, bleibt wohl nichts anderes übrig.

 

Tag 8

Mein Fuß ist geschwollen und schmerzt permanent, kann aber gehen. Meditieren ist derzeit jedoch trotzdem nicht so wirklich möglich, da neben den Schmerzen auch meine Konzentration nicht zu halten ist. Ich finde Mastermönch Phra Ajahn Suphan und spreche mit ihm,. Teile ihm gleichzeitig mit, dass ich die letzten beiden Tage gerne noch abschließen möchte. Er versichert mir, dass es vollkommen in Ordnung ist, meine sitting meditation im Stuhl zu machen. Mein erster Gedanke ist: „Tolle Wurst, dass sagta mir jetzt?“ Nach dem Gespräch versuche ich mit den Übungen fortzufahren, merke aber schnell, dass ich irgendwie überhaupt nicht bei der Sache bin und eine innerliche Anspannung in mir aufkeimt. Fühle mich auf einmal sehr beklemmt. Befangen. Eingesperrt. Kann mir nicht so recht erklären, wo dieses Gefühl auf einmal herkommt, doch es wird im Laufe des Tages so schlimm, dass ich verrückt zu werden scheine. Es kommt mir vor, als ich würde ich in einer kleinen schwarzen Box sitzen, deren Wände nach und nach immer dichter kommen. Eine klaustrophobische Panikattacke vom Allerfeinsten. Noch nie zuvor erlebt. Ich weiß ich muss hier raus, wenn ich nicht meinen Verstand verlieren will. Und das ist nicht sinnbildlich gemeint. Noch 2h bis zum Reporting. Die Zeit scheint wirklich still zu stehen, aber es gibt keine andere Möglichkeit. Irgendwann ist es geschafft. Ich bekomme meine Closing Ceremony und werde quasi entlassen. Es ist mittlerweile 17Uhr und ich beginne das Zimmer zu säubern und meine Sachen abzugeben. Um 18:30Uhr setze ich dann nach über einer Woche den ersten Fuß auf den Boden außerhalb des Tempelgeländes. Es fühlt sich gut an. Alle Anspannung beginnt aus meinem Körper zu weichen. Kurze Zeit später sitze ich im Taxi und setze meine Kopfhörer auf. Schaue auf die Straße hinter mir und fühle mich wie im Film. Freiheit, denke ich. Und genau so fühlt es sich an…

 

Es war eine der intensivsten, härtesten und unbeschreiblichsten Erfahrungen, die ich je erlebt habe. Ich bin wirklich froh, diese Reise mitgemacht zu haben, auch wenn die angepeilten 10 Tage am Ende nicht ganz erreicht wurden. Doch jetzt heißt es erst einmal wieder zurück ins Leben....

 

Nachtrag, was ca. 8 Monate nach dieser Geschichte geschah: 

This one is kind of strange, deep, confusing and some of you may even think I totally lost my sanity, but as I can tell you: I’m still here and I never felt happier than ever before. It may helps you thinking about yourself a bit. About the world you’re really living in. You have a choice. You probably just don’t know what this choice looks like or perhaps you simply don’t believe in it. That’s okay, but I would never like to go back there…

When I came home on February 18th I spontaneously decided to write a message to my part time thai travel mate from Holland: Jeanine. We met in Chiang Mai, about 10 days before I went to the Wat Ram Poeng meditation retreat for doing a ten days vipassana course. (I only did eight by then, but it were maybe some of the eight most precious ones ever: http://klosterswichi.myblog.de/ [german]) The way we met was kinda interesting, cause Thommy and I came back home quite drunk in the middle of the night and we just crashed in to that other hotel/apartment complex whatever you call it. And within a couple of minutes we – Jeanine and I – figured out that we were about to do the same thing, in the exact same monastery. It came a bit different in the end. I went, she did a different retreat, not that intense. She didn’t feel ready for it. Don’t know what to say why I did it in the end, because I wasn’t sure at all what to expect from all of that. Never really believed in any of that, but always had these strange moments that occurred sometimes that no one could ever explain. I couldn’t even tell you why I decided for it in the first place. Only that it felt right and that I followed my intuition by doing that. Glad that I did.

So this is the conversation as it went on. I really like the shit about the zooming in to yourself beyond infinity (an I think it’s even weirder), but here you go:

Me:      hey jeanine, how you’re doing?

I just wanted to tell you, that the vipassana took it’s full impact on me…i didn‘t keep on meditating after, but i set something inside of me free, that activated interests, taking me to a next level of consciousness. i never ever believed in it and i know exactly why: it’s too unbelievable what happens to us, when we reach that level of mindfulness. I just felt like I have to tell you that. And that I’m lucky about meeting you before I went to the retreat

best wishes from berlin. we’ll see each other some day. I’m sure about it

J:         Oooh it is so good to hear from you! And what an amazing news

Im really happy for you that it has this impact on you!!!

M:        how’s life in amsterdam? I actually wanted to go there in my holidays, but I’m a bit too short on money right now. Never made it to A-dam, shame on me

J:         Amsterdam is amazing, but still looking for a way to integrate meditation. Its funny that you message me because im thinking a lot about meditation, travels and just an hour ago said to two of my friends that we really have to visit berlin again haha.

Money also is a problem here haha

M:        yeah, me too. it’s beyond awesome. these senses. the sixth sense if you like to call it that. never believed any of that. now i’m experiencing things so intensively and living it every day over the last two weeks, that i can’t deny it, and never will again. it’s pure happiness. no fear, no hate, no stress (ain’t nobody got time fo’ that). It’s so mind blowing how controlled and suppressed we are and what we are able to feel or   sense in a way we never thought possible. And yet here i am. And some more million of other people, who are experiencing the exact same thing. using the exact same words, that i wrote down days before…

J:         Its really strange to read this.. But i am so happy for you!

M:        it’s fitting everywhere. i always believed in coincedence. nothing else. now i know, there is nothing like coincedences. universe is way more, but no coincendence. there is no way of understanding this with our five limited senses

J:         Aaah damn i would really like to meet you soon and hear all about it

Haha im really a bit overwhelmed by your story

M:        it’s really hard to tell people, cause i totally understand their way of thinking. i was part    of that a few weeks ago and never believed anything possible. and that is the strangest thing: everything is possible as long as we show the opposite. if you don’t try, you’ll never know. but we keep on limiting ourselves…we shouldn’t do that. we should listen to our hearts and fear less…

people really reacting different on my story, even if they can see and feel my impact on them. i myself have problems dealing with it sometimes, cause it’s so mind blowing. i’m writing shit I didn’t even understand before. didn’t even read about that    much. i write down as much as i can, but it doesn’t stop and i can’t write down everything

J:         What do you mean by show the opposite?

Pff wow

Sorry its really mindblowing and im a bit.. i dont know its strange. Like i feel it all the way over here.. but it feels strange to say that

M:        there are no borders in your abilities, in science, on the world, in universe(s) in total.we define them, and every time we reach that border we just expand it, instead of just letting go of them and accepting that there are none. that everything we can’t sense, see or feel does exist, as long as we disprove it.

i know, and i should stop here. didn’t want to put you in that state – but it’s part of your inner holiness fighting against your ego. i can feel it too, right now

J:         Damn matze thank you for massaging me, dont be sorry

Thats how i look right now, smiling haha

You gave me spiritual xtc

Thank you

M:        i just put my thoughts on an electronic device we designed somehow out of our imagination. and we send some „ones and zeros“ through the ether that end up in front of you. we don’t understand that, but we accept it. That is what life actually really is: it all comes down to „ones and zeros“. sounds like the matrix, and the matrix is nothing else than zooming in to yourself:

J:         I didnt see the matrix

Damn haha i dont know what to say…

M:        zooming in to your cells, your cellular components, in to your dna, your genes, your atoms, your neutrons and quantums and torus‘…and even beyond that with no limits of you, cause there are no borders, right? and when you think about, that all that very, very never ending tiniest slightest existing things of YOURS will also create the universe(s), cause these little atomic bastards are everywhere, right? So they’re making up everything with no endings, including the world as we know it, with ourselves living in it: couldn’t it be possible, that we can reach a state of mind where we are a total oneness?

And I answer that one very proudly, with a big smile in my heart and on my face: YES, we totally can!

sorry for that, that just came out of my mind and needed to be written down. i really really hope I didn’t confuse you too much, cause that is some of the deeper shit…not the deepest actually

J:         Haha dont be sorry

Its a gift

It makes me happy

M:        and that makes me happy. way more than that.

we should see this year! definitely

J:         Yess!!

Really should do that

We will do that

 

5.7.14 12:56

Letzte Einträge: Frühling, Sommer, Herbst und Leben

Werbung


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jazzman (5.7.14 13:42)
Wow, Swichi!!! Hört sich wahnsinnig gut und interessant an. ich hoffe, deinem fuß geht's wieder gut!?


Tekti (6.7.14 17:41)
Ich weiß nich – warum muss man bis nach Thailand?. Bei uns gibts auch jede Menge freie Natur und da kann ich genau so gut fasten und meditieren und das Bier ist bei uns auch besser!


Steve (7.1.16 15:22)
Es führen viele Wege zur Erkenntins. Meditation ist einer davon. Wer jemals ein Jahr lang die Wanderer-Fantasie von Schubert, das Violinkonzert von Sibelius oder die Appassionata geübt hat, oder sich durch ein Physik-oder Medizinstudium gequält hat,
oder aber ein Kindheitstrauma in einer Psychotherapie
bewältigt hat, wird ähnliches berichten können:
Erkenntnis und persönliche Entwicklung fällt
nicht vom Himmel, man muß schon selbst raufklettern.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen